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  1. #21
    Junior Member
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    3

    AW: Angst vor weiblicher Macht

    Nun wage ich es mal mich hier zu WOrt zu melden. Ich denke was hier immer von Kastrationsangst geschrieben wird ist überzogen.
    Es dreht sich bei uns Männern vor allem um die Angst des Machtverlustes. Weil die meisten Männer nicht wissen wie die Situation ist wenn man die Macht verliert/abgeben muss. Wenn man halbwegs intelligent ist erkennt man in einer solchen Situation schnell, das eine Frau mit der Macht besser umgehen kann. Der bessere Vorgesetzte ist. Aber dazu muss man die Situation erleben um ihr das Schreckgespenst zu nehmen.
    Ich selbst habe es erfahren und ich wahr zu tiefst gekränkt, wütent sogar voller Hass aber mit der Zeit, versteht man.
    Ich glaube Frauenquoten sollte man für eine gewisse Überganszeit einführen, sie sind eigentlich nicht nötig aber wenn auf Führungsposten Frauen eine Chance bekommen werden die meisten sich dort auch durchsetzen und die Quote wird überflüssig sein.

    ICh hoffe mein Beitrag wird akzeptiert auch wenn er von einem männlichen Leser stammt

  2. #22
    Junior Member
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    7

    AW: Angst vor weiblicher Macht

    Teil I

    [QUOTE=Mann38;67197] Ich denke was hier immer von Kastrationsangst geschrieben wird ist überzogen.[QUOTE=Mann38;67197]

    Wird es (so viel darüber geschrieben)?


    Zitat Zitat von Mann38 Beitrag anzeigen
    Es dreht sich bei uns Männern vor allem um die Angst des Machtverlustes.
    Hm, was man bildlich gesprochen natürlich schon als "Kastrationsangst" bezeichnen könnte, oder? Aber ich mag den Ausdruck auch nicht. Und inhaltlich stimme ich Dir zu.

    Zitat Zitat von Mann38 Beitrag anzeigen
    Weil die meisten Männer nicht wissen wie die Situation ist wenn man die Macht verliert/abgeben muss. Wenn man halbwegs intelligent ist erkennt man in einer solchen Situation schnell, das eine Frau mit der Macht besser umgehen kann. Der bessere Vorgesetzte ist. Aber dazu muss man die Situation erleben um ihr das Schreckgespenst zu nehmen.
    Hust. Also Sexismus bekämpfen heißt m.E. grundsätzlich nicht, Sexismus mit umgekehrter Rollenverteilung betreiben.

    Ob Deine Feststellung zudem allgemein zutrifft, wage ich zu bezweifeln - und das schreibe ich als "Chefin" in meinem Laden; ich nehme lediglich für mich in Anspruch, meinen Job nicht besser oder schlechter als andere zu machen und wenn, dann schon gar nicht deswegen, weil ich eine Frau bin.

    Zitat Zitat von Mann38 Beitrag anzeigen
    Ich selbst habe es erfahren und ich wahr zu tiefst gekränkt, wütent sogar voller Hass aber mit der Zeit, versteht man.
    Wobei es natürlich schön ist, wenn Du gute Erfahrungen gesammelt hast und das vielleicht auch Deine Einstellung zu weiblichen Vorgesetzten geändert hast. Die Kunst dürfte sein, dass Du, falls Du in Zukunft dann doch auch Negativerlebnisse mit Frauen in führenden Positionen sammeln solltest, nicht gleich wieder Deine Meinung ins Gegenteil verkehrst.

  3. #23
    Junior Member
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    AW: Angst vor weiblicher Macht

    Teil II

    Zitat Zitat von Mann38 Beitrag anzeigen
    Ich glaube Frauenquoten sollte man für eine gewisse Überganszeit einführen, sie sind eigentlich nicht nötig aber wenn auf Führungsposten Frauen eine Chance bekommen werden die meisten sich dort auch durchsetzen und die Quote wird überflüssig sein.
    Das denke und hoffe ich auch. Auf lange Sicht sind Frauenquoten nach meiner Ansicht nicht fair, aber ich denke, dass sich der Markt in Sachen Gleichberechtigung am Arbeitsplatz gerade nicht von allein regelt. Dennoch bin ich etwas hin- und hergerissen, ob die Frauenquote die allein seligmachende Lösung zu allen Problemen ist und nicht am Ende sogar noch den Frauen, die sich auch ohne Quote durchgebissen hätten, auf die Füße fällt. Zumal die Quote nur dann funktioniert, wenn es tatsächlich für die Leitungsaufgaben dann auch ausreichend Frauen gibt, die gut qualifiziert sind und ausreichend Erfahrung mitbringen - meist ein Problem, wenn Frauen nach wie vor durch Schwangerschaften und Erziehungspausen jahrelang aus dem Beruf ausfallen und zwar gerade in den für den Karriereweg ungeheur wichtigen Jahren zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. In dem Unternehmen eines befreundeten Managers, das eine Quote eingeführt hat, sitzen daher nun z. T. 27-jährige in Positionen, für die sie noch gar nicht ausreichend Erfahrung besitzen (können) und verrichten - wen wundert's - mitunter heilloses Chaos. Das schadet dann aber den Frauen im Berufsleben nur - nicht zuletzt beschreibst Du ja selbst, dass Du Deine Ansicht über Frauen im Chefsessel nur geändert hast, weil Du in Deinen Vorurteilen widerlegt worden bist, aber was, wenn Du bestätigt worden wärst?

    Zum anderen funktioniert die Quote aus meiner Sicht zudem nur dann, wenn es genug Frauen gibt, die überhaupt wollen - nämlich eine ambitionierte Karriere einschlagen. Hier steuert die Quote - zumindest nach meiner persönlichen Erfahrung - aber an der Lebenswirklichkeit vorbei. Denn die meisten Frauen wollen eben ab einem bestimmten Alter dann doch auch eine Familie gründen - und sich ihr widmen, wobei sie nicht zuletzt dabei auch gesellschaftlichen Erwartungshaltungen (Karrierefrau = Rabenmutter) ausgesetzt sind, die einen Mann viel weniger treffen. Und nebenbei bemerkt ist ja eine Karriere auch nicht immer nur bequem, vielmehr das Gegenteil - und hier kommt die gesellschaftliche Erwartungshaltung den Frauen dann wieder entgegen, denn berufliche Stellung und Karriere sind für Frauen weniger statusbildend als für einen Mann.

    Aus meiner Sicht muss sich also noch sehr viel mehr ändern, als sich durch isoliertes Einführen einer Quote erreichen lässt. Ich habe jedenfalls größte Zweifel, dass sich die Quote zum Selbstläufer entwickelt und der Wandel in den Köpfen sich damit von selbst vollzieht (wobei das natürlich schön wäre).

    Zitat Zitat von Mann38 Beitrag anzeigen
    ICh hoffe mein Beitrag wird akzeptiert auch wenn er von einem männlichen Leser stammt
    Dazu sehe ich mich in der Lage ;-)

    In diesem Sinne: Weniger Angst - wir beißen nicht :-D

  4. #24
    Senior Member Avatar von Stahlmagnolie
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    736

    AW: Angst vor weiblicher Macht

    Hallo Mann38,
    nur keine Angst, hier ist noch niemand gefressen worden, weil er ein Mann ist.
    Macht- und Privilegienverlust, so glaube ich auch, ist die zentrale Angst für Männer. Ob Frauen die besseren Vorgesetzten sind, kann ich so nicht beurteilen, aber sie sind warscheinlich einfach anders in ihrem Führungsstil.
    Solltest du wirklich so differenziert über deine veränderte Rolle reflektiert haben, so Hut ab. Das kann nicht leicht gewesen sein.

    Grüsse Stahlmagnolie
    Wir alle lesen in uns und der uns umgebenden Welt, um zu begreifen, wer wir sind und wo wir sind. Wir lesen, um zu verstehen oder auf das Verstehen hinzuarbeiten. Wir können gar nicht anders: Das Lesen ist wie das Atmen eine essentielle Lebensfunktion.-Alberto Manguel-

  5. #25
    Junior Member
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    AW: Angst vor weiblicher Macht

    Leicht war das bestimmt nicht. Ich will kurz schildern warum ich glaube das Frauen in Führungspositionen oft besser sind.

    Sie neigen in der Regel nicht zu Machtgehabe, das ist mir immer mehr aufgefallen. Sie lassen nicht den Boss raushängen. Lassen sich weniger ablenken, sind konzentrierter. Das gleiche sehe ich in einer Tochterfirma von uns dort ist der Chef ein Mann aber seine Sachbearbeiter alle weiblich. Er sagte mir mal klipp und klar, ja nur Frauen, weil sie effektiver sind - Punkt. Bei einer Frau die sich in eine Schlüsselposition vorkämpft ist das umsomehr der Fall.

  6. #26
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    799

    AW: Angst vor weiblicher Macht

    Zitat Zitat von Hansi37 Beitrag anzeigen
    ...
    Hust. Also Sexismus bekämpfen heißt m.E. grundsätzlich nicht, Sexismus mit umgekehrter Rollenverteilung betreiben.
    ...
    Ob Deine Feststellung zudem allgemein zutrifft, wage ich zu bezweifeln - und das schreibe ich als "Chefin" in meinem Laden; ich nehme lediglich für mich in Anspruch, meinen Job nicht besser oder schlechter als andere zu machen und wenn, dann schon gar nicht deswegen, weil ich eine Frau bin.
    ...
    Wobei es natürlich schön ist, wenn Du gute Erfahrungen gesammelt hast und das vielleicht auch Deine Einstellung zu weiblichen Vorgesetzten geändert hast. Die Kunst dürfte sein, dass Du, falls Du in Zukunft dann doch auch Negativerlebnisse mit Frauen in führenden Positionen sammeln solltest, nicht gleich wieder Deine Meinung ins Gegenteil verkehrst.
    korrekt, denn es gibt ja leider auch die positiv-diskriminierung, also frauen sollen zwar nun keine huren mehr sein - aber dafür müssen sie noch viel zu oft heilige sein. dabei sind das bloß wieder einengende und stereotype rollenzuschreibungen, die der praktischen realität genau so wenig entsprechen (können), wie die negativen rollenbilder es ebenfalls schon nicht konnten. aber pauschale schnellschüsse sind halt argumentativ deutlich besser zu verkaufen als anstrengende diffenrenzierte komplizierte positionsfindung.

  7. #27
    Senior Member
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    AW: Angst vor weiblicher Macht

    Ich erlebe das irgendwie anders als die meisten hier: Ja, sicher, Vorstandsvorsitzende sind meist Männer; viele andere Beispiele der primär männlich dominierten Macht könnte man finden. Aber sehen wir uns die Erziehung an: ich erlebte sie als ein absolut weibliches Machtmonopol. Mein Mutter hat mich erzogen, ich hatte ausschließlich Kindergärtnerinnen, in der Grundschule ausschließlich Lehrerinnen, in der weiterführenden Schule überwiegend Lehrerinnen, das Rektorat war bei mir immer weibliche besetzt usw. Klar, dass zum Beispiel meine Mutter die Kindererziehung und den Haushalt übernahm, kann man traditionellen Rollenmustern zuschreiben. Diese wiederum kann man, wenn man denn mag, als Ausdruck patriarchaler Strukturen sehen. Aber es ändert ja doch nichts: Als Elternteil mit Macht erlebte ich hauptsächlich meine Mutter, ich erlebte sie nicht nur so, sie hatte diese in ihrer traditionellen Mutterrolle definitiv auch und hätte sich die niemals streitig machen lassen – sie wollte eben, ganz in ihrem Rollenideal gefangen, eine gute Mutter sein (was sie auch war). Das war jetzt nur ein Beispiel – davon gibt es viele, zum Beispiel alle klassischen ‚Frauenberufe‘, in denen Männer es auch nicht immer leicht haben. Das Problem ist vielleicht gar nicht so sehr die männliche oder weibliche Macht, sondern die Tatsache, dass das immer noch unterschieden wird, unterschieden werden muss. Ich weigere mich auch, Frauen Macht abzusprechen – das hat mit meiner Lebensrealität gar nichts zu tun. Es kommt zudem auch Männern nicht entgegen, wenn sie traditionelle weibliche Machtbereiche nicht besetzen können – Kindererziehung und die Tradition, in einer Beziehung der Besserverdiener sein ‚müssen‘, sind dafür ja immer noch gute Beispiele. An solchen Vorurteilen und Machtverteilungen arbeiten Männer und Frauen zudem gleichermaßen.

    Und mal so am Rande: Ich hatte schon mehrere Cheffinnen. Diese waren seltsamerweise alle und zwar ausnahmslos von dem betroffen, was hier den Männern als Kastrationsangst zugeschrieben wird: unfähig, im Team zu arbeiten, nicht kritikfähig, legten einen Basta-Führungsstil an den Tag, hatten permanent das geäußerte Gefühl, in ihrer Führungsautorität untergraben zu werden usw. Aber ist ja nur meine Erfahrung, wie alles, was ich hier schrieb. Ich denke jedenfalls, dass keiner gerne Macht abgibt, sobald er sie hat – Frauen und Männer nehmen sich da nichts.

  8. #28
    Senior Member Avatar von Stahlmagnolie
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    AW: Angst vor weiblicher Macht

    Hallo Pygmalioneffekt,
    das Problem sind die tatsächlich bestehenden unterschiedlichen Machtverhältnisse, die sich vor allem auf wirschaftliche Macht beziehen und die patriarchalische Dominanz determinieren. Wer das Geld hat, hat in der Realität die Macht. Macht in der Erziehung ist ideell, wenn sie so erstrebenswert wäre, würden Männer sich darum reißen.
    Wer ein Gehalt hat, hat die Wahl, wer keines hat, ist abhängig und zwar in jeder Beziehung.
    Männliche Dominanz basiert auf Besitz und Geld. Dort messen sich Männer untereinander und dort messen sie sich immer noch zu wenig mit Frauen in gleichen Positionen, einfach weil Frauen zu selten in diesen Positionen zu finden sind. Das kann keine Parität auf Augenhöhe sein.
    Männer müssen keine "Besserverdienenden" sein, sie wollen das traditionell, denn darauf basiert ihre Dominanz. Die Frage ist also, wer sich wie schnell an veränderte Verhältnisse anpassen kann. Da ist es immer noch schwer vorstellbar, dass Männer lieber Kinder und Haushalt machen, während ihre Frauen das Geld verdienen.
    Die Lufthoheit über den Kinderzimmern ohne eigene Berufstätigkeit, also eigenes Geld und damit mögliche eigene Unabhängigkeit, ist für Männer nach wie vor wenig reizvoll.

    Grüsse Stahlmagnolie
    Wir alle lesen in uns und der uns umgebenden Welt, um zu begreifen, wer wir sind und wo wir sind. Wir lesen, um zu verstehen oder auf das Verstehen hinzuarbeiten. Wir können gar nicht anders: Das Lesen ist wie das Atmen eine essentielle Lebensfunktion.-Alberto Manguel-

  9. #29
    Senior Member
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    115

    AW: Angst vor weiblicher Macht

    Ich glaube, damit verkennst du auch (feministische) Chancen und Möglichkeiten, die Frauen haben, um ganz konkret – nicht nur rein ideell! – Macht, d. h. Einfluss in bereits bestehenden Merheitsverteilungen und Machtstrukturen auszuüben; um es auf den Punkt zu bringen: Ich bin, was die elterliche Erziehung betrifft, garantiert mehr meine Mutter als mein Vater – sie war und ist es, die meine Ideenwelt am meisten geprägt hat und prägt. Genauso sieht es bei mir in der schulischen Erziehung aus: Fast ausschließlich Frauen, die massiven Einfluss auf das hatten, was ich bin.

    Ach doch, schon, diesen Druck gibt es: Männer orientieren sich in einer Partnerschaft, rein monetär gesehen, nach unten, Frauen nach oben – gibt’s genug Zahlen zu, wenn du möchtest, schaue ich mal, ob ich online was dazu finde. Auch hier ganz konkret: Ich verdiene erheblich weniger als meine Frau. Das ist im Umgang mit anderen Menschen immer mal wieder ein Thema, ruft Verwunderung hervor, teilweise sogar Spott und Ablehnung. Ich habe viele 'brotlose Künste' studiert, also zwangsläufig einige männliche Freunde aus eben diesen Künsten. Es erstaunt mich überhaupt nicht, dass die fast alle von ganz ähnlichen Erfahrungen zu berichten haben, das fängt bereits beim Kennenlernen potenzieller Partner an. ..

    Was die wirtschaftlichen Machtverhältnisse betrifft, bin ich ansonsten ganz bei dir. Dies zu ändern, finge aber schon dort an, wo es darum geht, Menschen und Partner weniger stark nach ihren 'Ernährerqualitäten' zu beurteilen...

    Mit der Kindererziehung, also der Frage danach, wer zu Hause bleibt, sieht es vermutlich ganz ähnlich aus: Das wird mitnichten ein Modell sein, dass ausschließlich Männer präferieren. Ich glaube, das kann man nicht nur mit wirtschaftlichen Verhältnissen, der Tatsache, dass Männer in einer Beziehung meist die Besserverdienenden und damit besseren Ernährer der Familie sind, erklären. So wären beispielsweise die gängigen, vorherrschenden Muttermythen in unserer Gesellschaft als Erklärung für solche Rollenmodelle anzuführen. Diese Muttermythen werden aber meiner Erfahrung nach gerade auch von Frauen ganz massiv getragen. Dazu könnte ich ebenfalls ganz viele persönliche Erlbenisse darlegen - geschenkt: jeder kennt das...

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